End-lich leben mit Alwine Deege

Gedanken zu dem Seminar von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin

 

Hast du heute schon gelebt….

 

Endlich leben! Das war der rote Faden, der sich durch das Seminar des ÖHHB zog. Endlich? Die Doppeldeutigkeit des Wortes ist vielen gar nicht wirklich bewusst. Unsere Zeit auf dieser Welt ist nicht endlos. Wie gestalten wir sie? Gestalten wir sie überhaupt oder hangeln wir uns von Tag zu Tag und tun, was gerade anfällt? Et kütt eben, wie et kütt.

 

Alvine Deege, eine der „Fährfrauen“, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Menschen auf diesem endlichen Weg beratend und tröstend zu begleiten, ermutigte uns mit tiefsinnigen Geschichten, Bildern und Liedern, über das unbezahlbare Gut Lebenszeit nachzudenken.

 

Wie der von dem reichen Mann, der einen Teil, schließlich sogar sein ganzes Vermögen dem Todesengel anbot, damit dieser ihm mehr Zeit auf dieser Erde gab. Denn er erkannte plötzlich, dass er noch vieles zu erledigen hatte. Der Engel ließ sich nicht darauf ein. Dem Mann blieb nur noch, seinen Liebsten einen Brief zu hinterlassen mit den Worten, er habe mit meinem gesamten Vermögen nicht einmal eine einzige Stunde Lebenszeit heraushandeln können und ermahnte sie, sich vor Augen zu halten, wie teuer ihre Zeit sei.

 

Und so wurden wir aufgefordert, das Leben einmal vom Ende her zu betrachten. Wie soll meine Beerdigung ablaufen? Ein unangenehmer Gedanke. Ich im Sarg oder in der Urne, meine Lieben mit verweinten Augen in den Sitzreihen. Was wird über mich gesagt werden? Wie will ich gelebt haben? Schreibe ich einen Brief, der jetzt vorgelesen werden soll?
Ein letzter Gruß an meine Liebsten?

 

Ich möchte gar nicht daran denken. Gottseidank, ich lebe ja noch. Aber Gott weiß, wie lange. Was würde ich unbedingt geklärt, gesagt, getan haben, wenn es einmal so weit ist? Womit vergeude ich jetzt meine Kraft? Wie vertrödele ich meine Zeit? Was soll von mir bleiben? Wird mir der Abschied schwerfallen, weil so vieles im Argen ist? Spuken Streitigkeiten und Dinge, die ich vernachlässigt oder aufgeschoben habe, in meinem Kopf? Hinterlasse ich meinen trauernden Angehörigen Chaos und einen Behördenmarathon, weil ich mir keinerlei Gedanken um meinen Nachlass gemacht habe? Oder schaue ich dankbar und in Frieden zurück und kann das Leben getrost loslassen? Weil alles geklärt ist?

 

Ich lebe ja noch, jetzt kann ich alles erledigen.

 

„Hast du heute schon gelacht? Hast du heute schon gesagt, was gesagt werden soll?“, sangen die Mitarbeiterinnen in der abschließenden Andacht in der Kirche und gaben den Besuchern einen Gruß mit, der sie ermutigen soll, bewusster zu leben.

End-lich!    ( Karin Henckels )


 

Mitarbeiter-WE 12.8.-14.08.2022

Im Haus Wiesengrund in Nümbrecht

 

Es geht dieses Mal ins Oberbergische nach Nümbrecht , in ein Haus der ev. Kirche.

Wir treffen uns ab Freitag 18.00 dort. ( Fahrgemeinschaften )

Nach dem gemeinsamen Abendessen werden wir uns wie das vergangene Mal zusammensetzen und uns auf das WE einstimmen.

Am Samstag geht es um 10.00 mit Sonja Boxberger und ihrem Training für Achtsamkeit, Selbstmitgefühl & Freude als Kraftquelle weiter.

Mit Unterbrechung natürlich zum Mittagessen wird sie bis 17.00 h für uns da sein mit verschiedenen Angeboten.

Den Samstagabend gestalten wir dann wieder alleine und am Sonntagvormittag würde ich sehr gerne eine Wanderung mit Euch machen. Ganz nach Euren Wünschen, der Länge der Wanderung betreffend. Das Gebiet gibt da so einiges her an Möglichkeiten.

Nach dem Mittagessen ist noch einmal kurzes Beisammensein und Reflexion und dann verabschieden wir uns wieder, hoffentlich nach einem sehr schönen WE, nach Hause.

 

Bitte meldet Euch frühzeitig an!